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25.08.2008

Krebs erregende Pestizide bleiben erlaubt

Diese Frage beantwortete die EU-Kommission in ihrem Vorschlag zur neuen Pestizidverordnung mit einem klaren Nein. Sie forderte ein Verbot von Wirkstoffen in Pflanzenschutzmitteln, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen oder die Erbsubstanz zu schädigen.

Das EU-Parlament verschärfte die Regeln in erster Lesung sogar noch. Doch im April legte die slowenische Ratspräsidentschaft einen veränderten Verordnungsentwurf vor. Statt des klaren Verbots soll es nun für jedes Pflanzenschutzmittel eine Abschätzung der Gesundheitsrisiken geben.

Die Industrie will nun eine endlose Risikoabschätzung, ob und wann etwas gefährlich ist. Das ist teuer, langwierig und wenig aussagekräftig. Was eine Ratte gut vertrage, kann für ein Kleinkind trotzdem verheerende Folgen haben. Das bestätigt der dänische Toxikologe und Mediziner Philippe Grandjean. Seine Untersuchungen bei New Yorker Familien, in deren Wohnungen Kakerlakengift gesprüht worden war, und bei Arbeiterinnen in ecuadorianischen Gewächshäusern zeigen, dass Nervengifte verheerende Folgen für die Entwicklung des Gehirns von Föten und Babys haben können.

„Neurotoxische Substanzen sind bei Pestiziden das größte Problem, weil diese Produkte ja entwickelt werden, um das neurologische System der Insekten zu zerstören", erklärt der Wissenschaftler. Die Pestizidhersteller bestreiten das nicht. „Wenn man nur die Stoffeigenschaften betrachtet, dann müssten auch Alkohol und einige Vitamine verboten werden, weil sie in bestimmten Dosierungen Krebs erzeugen", erklärt Schmid vom Industrieverband Agrar. „Würden diese Wirkstoffe komplett verboten, dann könnten nach Angaben des Verbandes 90 Prozent der Insektizide und zwei Drittel aller anderen Pflanzenschutzmittel nicht mehr hergestellt werden.

“ Für den neuen Text der EU-Kommission gebe es nun aber eine absolute Mehrheit. „Wenn wir für unsere Pestizide keine Zulassung mehr bekommen, werden sie eben in Nordafrika hergestellt", warnt außerdem Volker Koch-Achelpöhler vom Industrieverband Agrar.

Quelle: Verband Baubiologie

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