Energieberatung

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BEG -Bundesförderung effiziente Gebäude nach Einführung des GEG (Gebäudeenergiegesetz)

Das BEG hat 2021 die bisherigen Förderprogramme der KfW 153 "Effizient Bauen" und 151/152 "Effizient Sanieren" sowie das Marktanreizprogramm (MAP "BAFA-Förderung") abgelöst. Die Zuständigkeit beim BAFA und das bisherige Antragsverfahren (Förderanträge vor Beauftragung der Maßnahmen und Einreichung nur online) sind geblieben.

Die folgende Info beschränkt sich auf die wesentlichen Neuerungen gegenüber den o. g. Förderprogrammen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

 

  1. BEG statt MAP:

Bereits zum 01.01.2021 hat das BEG das bisherige MAP außer Kraft gesetzt und wurde wie folgt abgelöst:

◼ Neubau: Für Neubauten gibt es nur noch die Effizienzhausförderung über die KfW. Die bisherige Förderung von Einzelmaßnahmen über die BAFA im Neubau (Innovationsförderung) entfällt.

◼ Sanierung/Modernisierung: Bei Sanierung/Modernisierungen gibt es zwei Wahlmöglichkeiten:

◼ Systemische Effizienzhausförderung: Gebäude, die auf einen speziellen Effizienzhausstandard saniert werden, können die neu eingeführte "systemische Effizienzhausförderung" beantragen.

◼ Einzelmaßnahmen: Kosten für einzelne Maßnahmen (z. B. Heizungs-, Fenster-, Dach- und Fassadensanierung usw), können - wie bisher im MAP - als "BEG Einzelmaßnahmen" gefördert werden.

 

  1. BEG-Effizienzhausförderung Neubau:

Das KFW-Programm 153 "Effizient Bauen" (zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse für effiziente Neubauten) wurde durch die BEG-Effizienzhausförderung ersetzt:

◼ Der Bauherr hat die Wahlmöglichkeit zwischen zinsgünstigem Kredit inkl. Tilgungszuschuss (KfW Prg 261) und reinem Zuschuss (KfW Prg. 461).

◼ Die klassischen Effizienzhausstufen EFH-55, EFH-40 und EFH 40 plus sind unverändert und wurden um zwei neue kombinierbare Differenzierungen ergänzt, für die es höhere Fördersätze gibt:

◼ EE-Klassifizierung: Für Gebäude, bei denen der Wärme- und Kältebedarf zu mindestens 55 % aus erneuerbaren Energien gedeckt wird.

◼ NH-Klassifizierung: Für Gebäude mit eigens ausgestellten "Nachhaltigkeitszertifikaten".

 

Wie bislang auch, bestehen keine speziellen technischen Anforderungen für Wärmeerzeuger, wie Wärmepumpen. Die unter Punkt 6 vorgestellten Technischen Mindestanforderungen (TMA) für Einzelmaßnahmen entfalten keine Wirkung für die Effizienzhausförderung. Entscheidend ist, dass der entsprechende Effizienzhausstandard eingehalten und fachlich bescheinigt wird.

 

Der jeweilige Prozentsatz bezieht sich auf maximale förderfähige Kosten aus Bau bzw. Erwerb; ausgeschlossen sind Transaktions- und Grundstückskosten. Der Förderanteil für Kosten der energetischen Fachplanung und Baubegleitung sowie der Nachhaltigkeitszertifizierung liegt bei 50 %.

 

  1. BEG Förderung Sanierung (Bestandsgebäude):

Bei der Heizungsmodernisierung wurde das Marktanreizprogramm durch die BEG-Richtlinie für Einzelmaßnahmen ersetzt, siehe Punkt 1.

Falls gesamte Gebäude auf einen der definierten Effizienzhausstandards gebracht werden sollen, bestand bisher die Möglichkeit das KfW-Programm 151/152 „Effizient Sanieren“ zu nutzen. Das BEG bietet ab 01.07.2021 auch für diese Komplett-Sanierungsmaßnahmen die gleiche Wahlmöglichkeit zwischen Anteilsförderung und Kredit/Tilgungszuschuss wie für Neubauten. Auch hier richten sich die Fördersätze dann nach Effizienzhausstufe, EE-Klasse und NH-Klasse, wobei es hierfür in der Sanierung 5 Prozentpunkte extra gibt. Die klassischen Effizienzhausstufen bleiben bestehen. Gestrichen wurde allerdings die Effizienzklasse 115. Dafür ist das EFH 40 neu hinzugekommen.

 

Sanierung

 

Der jeweilige Prozentsatz bezieht sich auf maximale förderfähige Kosten aus Bau bzw. Erwerb; ausgeschlossen sind Transaktions- und Grundstückskosten. Der Förderanteil für Kosten der energetischen Fachplanung und Baubegleitung sowie der Nachhaltigkeitszertifizierung liegt bei 50 %.

 

  1. BEG Fördersätze für Einzelmaßnahmen an Bestandsgebäuden:

Die Fördersätze für Wärmepumpen und Pelletskessel bleiben gegenüber der diesjährigen MAP-Anpassung unverändert bei 35 % im Standardfall, 45 % bei Ersatz einer Ölheizung. Der Ausschluss der Förderung von Wärmeerzeugern, mit denen einer Austauschpflicht nach § 72 GEG (bisher § 10 EnEV) nachgekommen wird, ist in der Förderrichtlinie nicht mehr enthalten.

Neue Gas-Brennwertkessel mit entsprechender Vorbereitung zur Koppelung mit regenerativen Wärmeerzeugern, wie: Wärmepumpen, Pelletskessel oder solarthermischen Anlagen innerhalb 2 Jahren ("Renewable Ready") werden weiter mit 20 % gefördert. 

Für neue Gas-Hybridheizungen mit den oben genannten regenerativen Wärmeerzeugern als Sofortmaßnahme gibt es weiterhin 30 % und 40 % bei Ölkesseltausch, auch die Förderkriterien bleiben (ƞs > 92 % bis 70 kW, 25 % anteilige Mindestleistung der regenerativen Wärmeerzeuger an der Gebäudeheizlast bei Norm-Außentemperaturen).

Solarthermische Anlagen werden weiterhin mit 30 % gefördert. Förderkriterien Solar-Keymark und Funktionskontrollgerät bleiben.

Ist die Heizungsmodernisierung Bestandteil eines im Förderprogramm „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude“ geförderten individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), erhöht sich der Fördersatz um zusätzliche fünf Prozentpunkte

Die (ggf. aufsummierten) förderfähigen Kosten der Sanierungsmaßnahmen betragen bei Wohngebäuden maximal 60.000 € pro Wohneinheit, bei Nichtwohngebäuden maximal 1.000 € pro Quadratmeter Nettogrundfläche und insgesamt 15 Mio. €.

 

  1. Wärmepumpe und Lüftungsanlage in Bestandsgebäuden

Zusätzlich zu der Möglichkeit, mit der Wärmepumpe gemeinsam geregelte Lüftungsanlagen als Umfeldmaßnahme fördern zu lassen, gibt es die Option, dass Lüftungsanlagen als eigenständige Maßnahme gefördert werden. Dabei werden Einbau, Austausch oder Optimierung raumluft- und klimatechnischer Anlagen inklusive Wärme- /Kälterückgewinnung als Zuschuss von 20 Prozent gefördert. Dies schließt im Bereich Lüftung auch Kompaktgeräte mit Luft-/Luft-Wärmeübertrager und Abluftwärmepumpe sowie Kompaktgeräte mit Luft-/Luft-/Wasser-Wärmepumpe ein. Dabei müssen Kompaktgeräte mit Luft-/Luft-Wärmeübertrager und Abluftwärmepumpe einen ƞs ≥ 140 % (bei 35 °C) und eine spezifische elektrische Leistungsaufnahme der Ventilatoren von Pel,Vent ≤ 0,45 W/(m3/h) erreichen; Kompaktgeräte mit Luft-/Luft-/Wasser-Wärmepumpe ohne Luft-/Luft-Wärmeübertrager einen ƞs ≥ 140 % (bei 35 °C) und eine spezifische elektrische Leistungsaufnahme der Ventilatoren von Pel,Vent ≤ 0,35 W/(m3/h).

 

  1. Technische Mindestanforderungen (TMA) wichtiger

Einzelmaßnahmenförderungen für Bestandsgebäude:

Messtechnik und Effizienzanzeige, hydraulischer Abgleich. Alle förderfähigen Wärmeerzeuger müssen alle Energieverbräuche sowie die erzeugten Wärmemengen messtechnisch erfassen. Per Fachunternehmererklärung muss der hydraulische Abgleich nachgewiesen werden. Ab dem 1.1.2023 müssen zu fördernde Wärmepumpen über eine „Energieverbrauchs- und Effizienzanzeige“ verfügen.

Effizienzkriterien Wärmepumpen

Effizienznachweise für Wärmepumpen erfolgen nicht mehr über die bisherigen Jahresarbeitszahlen nach VDI 4650 sondern über die ƞs (ETA-S)-Werte gem. Ökodesignverordnungen 814/2013 bzw. 2016/2281. Die „jahreszeitbedingte Raumheizungseffizienz“ ƞs (= ETAs) förderfähiger Wärmepumpen muss demnach bei Norm-Außentemperatur -10 °C (Referenzstandort Straßburg) mindestens die folgende Werte erreichen:

◼ Luft-Wasser-Wärmepumpen:

ƞs > 135 % bei 35 °C  max. Vorlauftemperatur

ƞs > 120 % bei 55 °C  max. Vorlauftemperatur

◼ Sole-Wasser-Wärmepumpen / Wasser-Wasser-Wärmepumpen:

ƞs > 150 % bei 35 °C  max. Vorlauftemperatur

ƞs > 135 % bei 55 °C  max. Vorlauftemperatur

Es müssen immer beide Prozentwerte erfüllt werden. Die ƞs-Kriterien beziehen sich auf das Anlagenlabel, inkl. Regelung (Produktlabel mit Reglerbonus).

 

Netzdienlichkeit von Wärmepumpen

Wärmepumpen müssen ab dem 1.1.2023 über Schnittstellen verfügen, über die sie automatisiert netzdienlich aktiviert und betrieben werden können. Dies kann u.a. durch das Label „SG-ready“ nachgewiesen werden.

 

Pelletsheizungen

Für Pelletsheizungen gibt es einen neuen Innovationsbonus von 5 %, insofern sie den geforderten Staubemissionsgrenzwert von max. 2,5 mg/m³ einhalten. Neu ist die Forderung nach Pufferspeichern mit Mindest-Volumina von 30 l/kW. 

 

Gebäude- und Wärmenetze

Gebäude- und Wärmenetze bleiben wie bisher förderfähig. Neu ist, dass der Anschluss an diese als eigenständige Einzelmaßnahme nun förderfähig ist.

◼ Übergabestationen an ein Netz mit einem EE-Anteil > 25 % werden mit 30 % gefördert. Mit Öltauschprämie sind es 40 %.

◼ Übergabestationen an ein Netz mit einem EE-Anteil > 55 % werden mit 35 % gefördert. Mit Öltauschprämie sind es 45 %.

 

  1. Baubegleitung

Die Baubegleitung wird zusammen mit dem BEG Förderantrag für Wohngebäude für Sanierung Einzelmaßnahmen (Bafa) bzw. über Effizienzhäuser (für Sanierung und Neubauten mit KfW) als auch für Nichtwohngebäude beantragt. Dazu gibt es maximale Förderhöhen:

 

Wohngebäude für Effizienzhäuser Sanierung und Neubau (KfW):

1-2 Familienhaus:    50% von max. 10.000 € der Bruttohonorarsumme

Mehrfamilienhaus:  50% von 4.000 €/WE max. 40.000 € der Bruttohonorarsumme

 

Wohngebäude für Einzelmaßnahmen (Bafa):

1-2 Familienhaus:    50% von max. 5.000 € der Bruttohonorarsumme

Mehrfamilienhaus:  50% von 2.000 €/WE max. 20.000 € der Bruttohonorarsumme